„Das digitale Klassenzimmer“ – witzig und überzeugend (PNP vom 08.05.2019) von Dr. Arno Scherling

Gelungene Aufführung des Oberstufentheaters am WDG

Kurz vor den Osterferien an einem Gymnasium, eine Theateraufführung soll den Unterricht der Zukunft beschreiben, doch die Proben gehen mangels Raum und Lernzeit nicht recht vorwärts. Zu allem Überfluss hat die Theatergruppe noch Stress mit einer rivalisierenden Schülerbande und mit ihrer Deutschlehrerin. Ruhender Pol ist die ehemalige Sozialpädagogin Silke. Bei deren Wohnwagen trifft man sich zum Ostereieranmalen und zum Reden. Doch der Aufführungstermin rückt näher und es gilt noch einige technische und zwischenmenschliche Hürden zu überwinden…

Die fünfzehn Schülerinnen und Schüler des Oberstufentheaters des Pockinger Gymnasiums haben mit ihrer Eigeninszenierung ein Stück im Stück über die digitale Schulsituation geschaffen. Die Textüberschreibung einer Romanvorlage ist mit vielen aktuellen Bezügen und augenzwinkernden Seitenhieben zu einem Referenzstück für zeitgemäßes Schultheater geworden. Die Inszenierung in der Aula des WDG wurde durch die ausgezeichnete Licht- und Tontechnik (Erik Foris und Johannes Schmelz) und vielen audiovisuellen Elementen (Melek Ali, Wanda Keßler und Benedikt Weber) zum Erlebnis.

Auch das gezeigte Schauspiel war bestechend. So verkörperte Constantin Pentlehner einen knorzigen Hausmeister, der mit seiner Kollegin (Annamaria Klemens) die Szenenübergänge eloquent und witzig moderierte. Die Schülergruppe (Jana Steiger, Carolin Rieth, Wanda Keßler und Sophia Lagleder – angeführt von der bewährten Melek Ali) musste sich zwischen den Polen der strengen Lehrerin (hervorragend von Ruba Abouhawa dargestellt) und dem gütigen Lehrer (eine Paraderolle für Benedikt Weber) zurechtfinden. Allen Schülern gelang es, jeweils ein Individuum zu schärfen: Jana Steiger als kesse Denglisch-Sprecherin, Wanda Keßler als schüchterne Musterschülerin, Sophia Lagleder als liebenswerter Kumpel und Carolin Rieth, die alles kann, nur nicht hochdeutsch. Aller Vertrauen genoss die alternative Sozialpädagogin Silke (Alexandra Schenker), die immer wieder beratend und lenkend in das Geschehen eingriff, sodass die Handlung zu einem glücklichen Ende gelangen konnte.

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aktualisiert: 03.04.2019