„horizont“ zeigt Schülern Perspektiven auf (PNP vom 22.02.2019) von Dr. Arno Scherling

Berufs- und Studienmesse am Pockinger Wilhelm-Diess-Gymnasium – Universitäten, Behörden und Unternehmen präsentieren sich

„Ich hätte nicht gedacht, was es in unserer Region für interessante Berufsmöglichkeiten gibt“, sagt die 17-jährige Sophia zu Beginn der „horizont“ am Wilhelm-Diess-Gymnasium und trifft damit den Kern der Berufs- und Studienmesse: den Schülerinnen und Schülern der oberen Klassen der Gymnasien Pocking, Pfarrkirchen und Simbach die hervorragenden Ausbildungs- und Berufsaussichten der ostbayerischen Region zu vermitteln.

Landrat Franz Meyer lobte in seiner Eröffnungsrede das Gymnasium Pocking und dass dessen hauseigene „horizont“ zu einer der wichtigsten Informationsbörsen des südlichen Landkreises Passau und des unteren Rottals geworden sei. Dies mache deutlich, „dass Schule in Partnerschaft mit Hochschulen, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung ein wirklich starker Partner für die Lebensplanung junger Menschen sein kann“. Meyer betonte, dass das wichtigste Zukunftskapital der Region die jungen Menschen seien, die ihr Leben und damit ihre Heimat selbst gestalten wollen.

Bürgermeister Franz Krah freute sich darüber, dass das Pockinger Gymnasium nicht nur Wissen und Bildung vermittelt, sondern mit der mühevollen Organisation der „horizont“ auch Perspektiven für die weitere Zukunft der Schüler bietet. Der Vorsitzende des Wirtschaftsforums Passau, Christian Just, der unter anderem auch Dozent der Frankfurter School of Finance and Management ist, verglich den Wert der Schülerinnen und Schüler mit wertvollen Goldstücken und forderte sie auf, diese Messe zur Information und Orientierung zu nutzen.

Die positive Entwicklung der ostbayerischen Heimat sei ganz besonders den Politikern und Vertretern der Wirtschaft zu verdanken, resümierte der Hausherr Schulleiter Martin Thalhammer. Was Wohlstand und soziale Lage betreffe, würde – nach jüngsten Erhebungen – Niederbayern am besten von allen Regierungsbezirken abschneiden. „Liebe Schülerinnen und Schüler nehmt eure Zukunft in die Hand, nutzt die hervorragenden Aussichten unserer ostbayerischen Region und informiert euch heute möglichst umfassend“, schloss Thalhammer die Eröffnung.

Im achten Jahr ihres Bestehens konnte die Berufs- und Studienmesse „horizont“ die Ausstellerzahl weiter steigern. So haben diesmal 22 Universitäten und weiterbildende Schulen aus Deutschland und Österreich teilgenommen. Von der öffentlichen Verwaltung wurden Experten entsandt von der Agentur für Arbeit, vom Amt für Digitalisierung und Vermessung, vom Amtsgericht, von der Bundespolizeiakademie, der Bundeswehr, vom Finanzamt, Landratsamt und dem Polizeipräsidium Niederbayern. Ausbildende Betriebe waren msg systems, Rottaler Raiffeisenbank, Lindner Group, Micro-Epsilon Messtechnik, Sparkasse, Bayerische Ingenieure-Kammer-Bau, Unternehmer-Netzwerk Xundland, XXXLutz, INN.KUBATOR Wacker Chemie, Waldburg Zeil Kliniken, ZF-Friedrichshafen, VR-Bank, Siemens, MSR-Group, Knorr-Bremse, Josef Meier Bau, Hotel Holzapfel, Fielmann, Commerzbank, AOK, 4process und Dräxlmaier Group. Bei 33 Fachvorträgen konnten die Schülerinnen und Schüler tiefe Einblicke in die Studiengänge sowie in verschiedenste Berufsfelder erhalten.

Mittlerweile haben sich die Stofftaschen von Sophia und Antonia aus der Jahrgangsstufe 11 deutlich mit Kugelschreibern, Flyern und sonstigem Informationsmaterial gefüllt. Für die beiden Elftklässlerinnen war die Teilnahme an der „horizont“ verpflichtend, aber eine angenehme Pflicht, wie sie betonen. Sophia lobt die tolle Atmosphäre, die freundlichen Leute und die Vielfalt der Möglichkeiten. Obwohl sie noch ein Jahr bis zum Abitur hat, bleibt sie aber wohl bei ihrer derzeitigen Entscheidung für ihren künftigen Beruf. Antonia ist sich da noch nicht so sicher. Sie war jedoch freudig überrascht, dass es einen Aussteller für eine Fremdsprachenschule in Passau gab und hat sich dort eingehend informiert.

Vanessa und Wanda sind freiwillig in die Aula des Pockinger Gymnasiums gekommen. Als Abiturientinnen wären sie befreit gewesen. Sie haben ihre Freundin Melina begleitet, die eigentlich nur noch ein paar Informationen zu ihrer angestrebten Berufswahl Physiotherapie vertiefen wollte. Doch jetzt kamen ihr Zweifel, denn eine heute vorgestellte Ausbildung im Hotelmanagement scheint ihr mittlerweile attraktiver. Obwohl Wanda ganz sicher ist, dass sie Medizin studieren wird, nutzte sie die Gelegenheit, sich bei den Vertretern der Universitäten Linz und Regensburg nach Wohnmöglichkeiten zu erkundigen. Die 18-jährige Vanessa hatte keine großen Erwartungen an die Messe, nachdem im letzten Jahr der Aha-Effekt ausgeblieben ist. Sie konnte jedoch heute Kontakte knüpfen und einen Schnuppertag in einem Bad Füssinger Hotel vereinbaren. Darauf freut sie sich jetzt. Was sie jedoch bedauert, ist das Fehlen von Angeboten über das Freiwillige Soziale Jahr bei der diesjährigen „horizont“.

Und auch ein Siebtklässler drückt sich an den Ausstellungsständen herum. Auf die Frage, ob er schon eine Berufsvorstellung habe, sagte er: „Klar, ich werde Ingenieur!“

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aktualisiert: 03.04.2019