Die Technik-Entdecker vom Pockinger Gymnasium (PNP vom 21.06.2018) von Carmen Keller

Projekt des Vereins "Technik für Kinder " zum vierten Mal erfolgreich abgeschlossen – Unterstützung aus der Wirtschaft

Das lassen sich die 20 Fünftklässler des Wilhelm-Diess-Gymnasiums (WDG) nicht zwei Mal sagen. "Heute ist Zerlege-Tag", ruft Lehrer Stephan Wimmer in die Bankreihen des Physiksaals. "Wir haben alte Computer, Verstärker, sogar einen Staubsauger. Nehmt die Schraubenzieher in die Hand. Ihr dürft die Sachen komplett auseinander bauen und das Innenleben erforschen." Aber dann stoppt er die Mädchen und Buben nochmal in ihrem Tatendrang. Am letzten Tag von sechs Zwei-Stunden-Einheiten des Projekts "Schüler entdecken Technik" dürfen die Gymnasiasten an diesem Mittwochnachmittag nicht nur nach Herzenslust technische Geräte zerlegen – es gibt auch noch Urkunden. Und die werden feierlich verliehen. Dafür sind eigens ein paar wichtige Leute gekommen.

Zum vierten Mal ist das Projekt "Schüler entdecken Technik" des Vereins "Technik für Kinder" (TfK), den es seit 2010 an der Technischen Hochschule in Deggendorf gibt, am Pockinger Gymnasium über die Bühne gegangen. Interesse und Begeisterung für Technik jenseits des Unterrichts zu wecken, ist das Ziel. Am WDG ist das kein Problem, es gibt mehr Interessenten als Plätze.

Direktor Martin Thalhammer freut sich, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit Elan dabei sind, sondern das Gelernte oft auch weiter anwenden. Als Beispiel nennt er die zunehmenden Erfolge von WDG-Schülern beim Wettbewerb "Jugend forscht". Schmunzelnd gesteht Thalhammer ein, dass ihm die jungen Technik-Tüftler jetzt etwas voraus haben. "Sie können super löten".

Ja, das Löten hat so richtig Spaß gemacht. Das finden auch Lena und Hannah, die gerade einen alten Kassettenrekorder aufschrauben. "Am schönsten war es, die Sirene zu bauen", bekunden sie einmütig. Schritt für Schritt hat Lehrer Stephan Wimmer gemeinsam mit den Auszubildenden Sven Haas und Josef Niedernhuber von der Pockinger MSR Electronic GmbH bei den Kindern zunehmend das Technik-Interesse geweckt. Erst wurde ein Stromkreis aufgebaut, dann entstanden aus Bausätzen die Sirene mit Lautsprecher oder eine LED-Taschenlampe.

Unterstützt wird der Kurs neben der MSR Electronic GmbH auch von der Micro-Epsilon Messtechnik GmbH in Ortenburg. Ums Organisatorische kümmert sich der Verein "Technik für Kinder". Bei allen Beteiligten, zu denen auch der Landkreis Passau als Sachaufwandsträger zählt, bedankte sich Martin Thalhammer und lobte "dieses wunderbare Projekt". Stellvertretende Landrätin Gerlinde Kaupa forderte die Kinder auf: "Bleibt weiterhin so neugierig."

TfK-Botschafterin Susanne Freudenstein ist es ein Anliegen, den Aufwand für die Schulen so gering wie möglich zu halten. Das wird offenbar sehr geschätzt. Aktuell sind 218 Schulen, vorwiegend in Ostbayern, an "Schüler entdecken Technik" beteiligt. Die Nachfragen nehmen ständig zu. Bundesweit. Über 100 Schulen sind auf der Warteliste.

Christoph Putz, Ausbilder bei MSR, ist es ein Anliegen, dass das Projekt weitergeführt wird. Seine Firma werde auch in Zukunft finanzielle Unterstützung leisten, versichert er. Den Bezug zur Praxis zu fördern, sei sehr wichtig. "Die Schüler von heute sind die Fachkräfte von morgen", ist Putz überzeugt, dass es bei "Technik für Kinder" nur Profiteure gibt.

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aktualisiert: 03.04.2019