Jungbauern berichten aus ihrer Praxis (PNP vom 03.05.2018) red

Landbauschüler referieren am WDG
Die Landwirtschaft steht nicht erst seit gestern in der Kritik. Die Gesellschaft fordert seit längerem Veränderungen in der landwirtschaftlichen Produktion. "Die lila Kuh ist auf dem Land angekommen" betitelte die PNP vor kurzem ein Interview mit dem Niederbayerischen Bezirkspräsident Gerhard Stadler und der Bezirksbäuerin Irene Waas. Die Bauernvertreter beklagten in dem Interview, dass das Wissen um Landwirtschaft auch auf dem Land weniger werde. Kritiker würden oft pauschal und mit wenig Hintergrundwissen agieren. Um das zu ändern, erzählten drei junge Bauern und eine Bäuerin von der Höheren Landbauschule in Rotthalmünster (HLS) den Siebtklässlern und Lehrern am Wilhelm-Diess-Gymnasium (WDG) in Pocking, was auf ihren Familienbetrieben geschieht. Warum Landwirte Pflanzenschutzmittel brauchen und verwenden und dass sie das nur als letztes Mittel nach anderen Maßnahmen wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Sortenwahl tun, erklärte Johann Falter im ersten Vortrag. Beeindruckt zeigten sich die Gymnasiasten von der gezeigten Technik, die hochpräzise und umweltschonend, kleinste Mengen mit Hilfe von Satellitensignalen ausbringen kann.

Im zweiten Vortrag stellten Lisa Blank und Tobias Löw ihre Familienbetriebe aus Oberbayern vor. Die Milchexperten zeigten mit Fotos den Lebenszyklus von Kühen von der Geburt über die Milcherzeugung bis zum Schlachthof. Fragen wie: Was frisst eine Kuh? Wie funktioniert künstliche Besamung? Wann werden Medikamente im Kuhstall eingesetzt? wurden beantwortet. Dass es gute Argumente gibt, warum Kühe keine Hörner tragen, war nach dem Bericht über einen Zusammenstoß der jungen Bäuerin mit einer ihrer Lieblingskühe allen Zuhörern klar.

Johannes Vandieken stellte seinen Werdegang vom Abitur zur Höheren Landbauschule vor und räumte mit der verbreiteten Vorstellung auf, der Beruf Landwirt sei etwas für die "Dümmeren". Mit Bildern von seinem Bullenmastbetrieb zeigte er den Schülern wie mit viel Knowhow, Kapitaleinsatz und Fleiß aus männlichen Kälbern zum Schluss Leder und leckeres Rindfleisch wird. Die anfallende Gülle veredelt er vor der Ausbringung als Pflanzennährstoff in der Biogasanlage zu Wärme und Strom – ein perfekter Kreislauf.
"Landwirtschaft ist ein toller Beruf. Wir Landwirte arbeiten jeden Tag daran euch mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen, denkt immer daran, wenn ihr uns seht", gab Tobias Löw am Ende den Schülern mit.

zurück


  Intern

© WDG - Pocking

aktualisiert: 03.04.2019