Poetischer Exkurs im Unterricht (PNP vom 06.03.2014) von Miriam Nalezniak

Die Dichterlesung im Willhelm-Diess Gymnasium fand großen Anklang bei den Schülern
Der Lyriker und Dichter Friedrich Hirschl ist ein gern gesehener Gast im Willhelm-Diess Gymnasium in Pocking. Seit mehreren Jahren veranstaltet das Gymnasium Dichterlesungen, bei denen bekannte und wichtige Schriftsteller der Region eingeladen werden, um den Schülern einen Einblick in ihre Werke zu erlauben. Der 58-jährige Lyriker Friedrich Hirschl ist nun schon zum zweiten Mal an der Pockinger Schule und referiert dort vor "sehr aufmerksamen und interessierten Schülern", wie er findet. Die gesamte 11. Jahrgangsstufe hat sich in der Schulbibliothek versammelt, um den Dichter willkommen zu heißen.

Dr. Wieland Zirbs, Fachbetreuer für Deutsch, findet lobende Worte in seiner Begrüßungsrede: "Ich freue mich, dass aus dieser Veranstaltung schon so etwas wie eine kleine Tradition geworden ist." Auch Lehrkraft Maria Osterholzer ist von dem Exot unter den Schriftstellern begeistert. "Ich kenne Herrn Hirschl schon seit vielen Jahren. Seine authentische Art kommt nicht nur bei Erwachsenen sondern auch bei den Schülern sehr gut an", sagt sie.

"Flussliebe" heißt der neue Lyrikband des Dichters, der 2013 vom Verlag Karl Stutz in der zweiten Auflage erschien. "Ich möchte heute aber nicht nur aus meinem neuesten, sondern auch aus meinem ersten Buch ‘Erdzeit‘ lesen", erklärt der studierte Theologe und Philosoph. Zu Beginn der Vorlesung erntet er dabei noch einige recht verwirrte Blicke. Der Grund dafür ist gleichzeitig sein Markenzeichen: "Meine Gedichte sind meist sehr kurz und bestehen teilweise aus nicht mehr als sechs bis acht Zeilen. Ich versuche, alles Überflüssige wegzulassen." Durch die knappe Art und der extrem komprimierten Sprache, mit der Friedrich Hirschl seine Werke verfasst, sind diese für jeden leicht lesbar und verständlich. Sein Ziel ist es, dem Leser die Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen zu lassen.

Es war das lyrische Werk Georg Trakls, dass den 58-Jährigen während seiner Studienjahre selbst zur Feder greifen ließ. "Von Trakls melancholischer Stimmungspoesie bin ich allerdings weit entfernt", sagt Friedrich Hirschl, der nebenbei als Religionslehrer an einer Grundschule in Passau arbeitet. In seinen Gedichten steht die Natur als lebendiges Wesen im Vordergrund, die sich ihm von ihrer schönsten Seite zeigt.

Das merkten auch die Schüler des Willhelm-Diess Gymnasiums, die sich nach der Lesung nicht scheuten, dem Lyriker persönliche Fragen über das Dichterleben zu stellen. "Wir sind froh, den Schülern neben dem normalen Unterricht eine solche Auflockerung bieten zu können und wünschen uns natürlich noch häufiger von Friedrich Hirschl zu hören", sagt Maria Osterholzer der PNP.

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aktualisiert: 27.05.2018