Am Wochenende die Schulbank gedrückt (PNP vom 12.10.2020) von Julia Berner


Am Wochenende die Schulbank drücken? Und das auch noch freiwillig? Was für die meisten Jugendlichen wenig verlockend klingt, haben gut 30 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Wilhelm-Diess-Gymnasiums nun gern in Kauf genommen: Grund dafür waren die Medienseminare, die jährlich in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung für die Pockinger veranstaltet werden.

Normalerweise finden diese Seminare in den Räumen der Stiftung im Kloster Banz statt. Doch da es den bayerischen Schulen aufgrund der Corona-Pandemie derzeit untersagt ist, Exkursionen zu veranstalten, durften die Pockinger nicht nach Banz fahren.

Lange haben die Seminarleiter und Lehrer am WDG, Stephan Wrana und Dr. Arno Scherling, deswegen mit der Stiftung und den Referenten beraten, wie das Seminar trotzdem stattfinden kann. Am Ende gab es nur eine Lösung: Wenn die Pockinger nicht nach Banz kommen können, muss Banz eben nach Pocking kommen. Damit die Hygieneauflagen in der Schule eingehalten werden können, musste das Seminar auf ein Wochenende verlegt werden.

Doch das alles schreckte weder die Verantwortlichen der Stiftung, noch die Referenten oder die Lehrkräfte und auch nicht die gut 30 Schülerinnen und Schüler ab. Die Stiftung stellte sogar ihre technische Ausrüstung für das Seminar zur Verfügung und erlies den Jugendlichen die Teilnahmegebühr. „Ohne das große Entgegenkommen der Hanns-Seidel-Stiftung und der Referenten hätte das Seminar nicht stattfinden können“, ist Stephan Wrana überzeugt. „Es freut mich sehr, dass sie den Weg nach Pocking an einem Wochenende auf sich genommen haben, um unseren Schülerinnen und Schüler das Seminar zu ermöglichen.“

Der erste Seminartag begann für zwei Referenten bereits am Freitag um fünf Uhr morgens: Sie fuhren mit einem VW-Bus zum Kloster in Banz, um dort die technische Ausrüstung für die Seminare – neun Schnittcomputer, sieben Kamera-Einheiten, mehrere Stative, Mikrofone, Lichtgeräte und Co. – einzuladen und damit nach Pocking zu fahren.

Pünktlich nach Schulschluss am Freitagnachmittag konnten dann im WDG die zwei Seminare beginnen, die sich bis Sonntagnachmittag erstreckten. Das eine Seminar trug den Titel „Medientechnik“: Daran nahmen Schülerinnen und Schüler teil, die bei Dr. Arno Scherling das W-Seminar zum Thema Video besuchen. Dabei muss jeder Jugendliche ein Video produzieren, von der Idee über die Aufnahme bis zum Schnitt. Worauf es bei den einzelnen Produktionsschritten ankommt, vermittelten ihnen die Filmtechniker Bastian Eller und Thorsten Ziesmer im Rahmen des Seminars.

Die andere Gruppe setzte sich aus Schülerinnen und Schülern zusammen, die das Wahlfach Rhetorik bei Stephan Wrana besuchen: Im Seminar „Medientraining“ vermittelten ihnen Mediencoach Helmut Göb und Medientrainer Gunther Schnatmann in verschiedenen Übungen, was einen guten Auftritt ausmacht: Besonders trainiert wurden die Stimme, Sprache, Körperhaltung und Vortragstechnik. Bei einzelnen Übungen wurden die Teilnehmer bei Kurzvorträgen gefilmt, so dass sie sich ihren Auftritt im Anschluss mit den anderen Teilnehmern und Referenten anschauen und bewerten konnten.

Ob es sich gelohnt hat, für die Seminare am Wochenende die Schulbank zu drücken? Ein Teilnehmer des „Medientraining“-Seminars beantwortet die Frage mit einem klaren „Ja“. Denn: „Wie man sich richtig präsentiert, ist extrem wichtig. Ich habe hier was fürs Leben gelernt.“

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aktualisiert: 03.04.2019