"Sicher im Netz": Tipps vom Experten (PNP vom 22.11.2018) von Dr. Arno Scherling


Bereits zum sechsten Mal hat das Wilhelm-Diess-Gymnasium zu einem Informationsabend zum Thema „Sicher im Netz" eingeladen. Der dafür engagierte Referent Bruno Lux, langjähriger Leiter der Schulberatungsstelle von Niederbayern, erläuterte den Eltern in einem sehr interessanten und kompetenten Vortrag, welcher Nutzen, aber auch besonders welches Risiken die Kinder im Internet erwartet.

Vieles, was für Kinder und Jugendliche attraktiv ist, entzieht sich häufig der Kenntnis der Erwachsenen. Zum Beispiel wirken nicht nur Spiele, sondern auch viele so genannte Challenges auf junge Menschen besonders anziehend. Hier werden sie oft verleitet, peinliche oder gar gefährliche Mutproben zu absolvieren und darüber Fotos und Videos hochzuladen. Zum Interesse und Erstaunen der Eltern zeigte Lux an ganz aktuellen Beispielen, welche rechtlichen Bestimmungen schon bei Kindern wirksam werden, wenn sie zum Beispiel unerlaubt Videos herunter- oder hochladen, Bilder von anderen Personen verbreiten oder über Mitschüler schreiben. Häufig überdeckt die Faszination des Internets den großen Bereich der Gefahren. Umso schneller geraten Kinder und Jugendliche unbewusst in einen illegalen Bereich - doch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und die Folgen können fatal sein.

Bruno Lux betonte, dass Handy- und Internetverbote, auf die die Eltern häufig bei zu intensivem Konsum oder bei einem Fehlverhalten zurückgreifen, nicht das Mittel der Wahl sind. Um die Kinder medienkompetent in eine Welt zu entlassen, aus der Internet und Smartphone einfach nicht mehr wegzudenken sind, hält er für viel wichtiger, mit den Kindern in Kontakt zu bleiben, Situationen, Probleme, Sorgen und Gefahren offen anzusprechen und Fehler nicht zu bestrafen, sondern die Kinder zu begleiten. Der richtige Umgang mit digitalen Medien würde nur erlernt durch Heranführen, Begleiten, Schützen, Aufklären und natürlich durch den Umgang mit den digitalen Medien selbst.

Auch über das Thema Cyber-Mobbing sprach der Referent. Fehlt der Augenkontakt, vergreift sich der eine oder andere schnell in seiner Wortwahl, wird beleidigend und überschreitet gesetzliche Grenzen. Bei einer Anzeige drohen empfindliche Strafen. Den interessierten Zuhörern zeigte Lux auch Möglichkeiten auf, wie und wo sie im Falle von Mobbing, Betrug, Erpressung oder gar Missbrauch Hilfe finden könnten.


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aktualisiert: 30.10.2016